Beim Radeln an der Eastcoast von Tasmanien hatten wir viel tailwind, Rückenwind, aber auch brennende Sonne. Wir beide stellen wieder fest, dass wir Meerblicke lieben. Dazu lieben wir Tiere und so war der Besuch im Naturreservat bei Bicheno eine reinste Freude. Als erste Besucher am Morgen begrüßten uns die zahlreichen Kängurus sehr zutraulich, dann fauchte der Tasmanien Devil bedrohlich und das niedliche Wombat durfte von Gunda gestreichelt werden. Wir genossen begeistert den intensiven Tierkontakt. Die dort lebenden Tiere sind alle Waisen, verletzt eingewiesen oder von Menschen geschickt, weil sie krank waren.
Nun sind wir bei extremen Regengüssen von Scottsdale nach Derby und Payengana gestrampelt. Lange Anstiege durch Regenwald und schnelle Abfahrten bestimmten den Tag. Zum Zelten fanden wir öffentliche Plätze in den kleinen Orten, die umsonst eine Toilette und auch mal einen Unterstand als Schutz vor Sonne und Regen boten. Ein kräftiges Gewitter ließ sich so gut überstehen. Beim Dunkelwerden und sehr früh am Morgen lacht uns ein lustiger Vogel, der Kookabora oder auch lachender Hans oder Jack genannt, an. Man könnte meinen, er lacht über uns… eine riesige, grüne Raupe war zu langsam und deshalb harmlos, aber eine riesige schwarze flotte Ameise hat Mattes in den Fuß gebissen, was nach drei Tagen noch weh tut. Die glücklichen Kühe aus der Käserei in Payengana gehen selbstständig zur Melkmaschiene und lassen sich danach massieren. Ihr Käse schmeckt lecker. Im Pub in the Paddocks schmeckt das Bier… Die St. Colombia Falls zählen zu den Größten der Insel. Nun geht es die nächsten Tage von St. Helens an der Küste entlang Richtung Hobart. Wir hoffen auf ein paar schöne Wanderungen auf den Inseln und Halbinseln zwischendurch.
Radeln durch Eukalyptuswald und gelbe Wiesen
Wir sind nun ein paar Tage geradelt durch viel Eukalyptuswald, haben am Tamar River gezeltet, in Deloraine übernachtet und mussten wegen Sturm in Westbury ein Cottage nehmen. Nun in Scottsdale geht’s weiter nach St. Helens. Es war sehr sonnig gestern und heute scheint es zu regnen…
In Queenstown verpackten wir wieder Räder und Gepäck und in Melbourne dann alles wieder aus und schraubten die Pedalen und andere Kleinigkeiten wieder an. Dann radelten wir zu Bec und Tim, die uns sehr nett mit Bier, Wein und Essen empfangen haben. Wir sollen unbedingt wieder kommen auf dem Rückweg von Tasmanien. Und das werden wir auch tun, denn der erste Eindruck von Melbourne war sehr positiv. Breite Radwege, einer sogar den ganzen langen Strand entlang, und sehr freundliche Menschen und Autofahrer. Auch einige Parks und interessante, bunte Stadtteile gibt es.
Nun starten wir aber erst mal auf Tasmanien. Schon die Überfahrt von Melbourne war recht rau. Heute hat uns ein kräftiger Wind nach Deloraine geweht und wir gönnen uns ein Zimmer… das Platypus haben wir nur in Übergröße gesehen und Wallibys leider nur als Roadkill… doch wir haben ja noch ein paar Wochen Zeit…
Wir waren auch noch mal drei Tage wandern zu der traumhaft herrlichen Mason Bay auf Stewart Island. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Dabei durchquerten wir ein Moor und kletterten über Dünen. Das Zelt stand geschützt vor dem Wind unter Manukabäumen. Mattes versuchte nach Muscheln zu graben und Gunda freute sich über die schöne Landschaft.
Unsere letzte Woche in Neuseeland auf dem Rad war wohl fast das Highlight zum Schluss. Wir haben zwar etwas gegen den Wind gekämpft, wurden aber mit einer schönen Bergwelt, ruhigen Straßen und schönen Zeltplätzen belohnt. So radelten wir am Lake Manapouri und Lake Tekapo vorbei und kamen durch eine wahre Fantasiewelt zu „Herr der Ringe“. Angenehme gravel road und kaum ein Mensch zu sehen, aber viele Schafe. Einmal schliefen wir bei Regen in einer Scheune auf riesigen Heuballen. Nun in Queenstown werden die Räder geputzt und Kartons für den Flug nach Melbourne gesucht. Alle sind nett und hilfsbereit und der Ort ist gar nicht so schrecklich wie viele sagen.